Poker - Texas Hold´em

Poker – Was genau ist das?

Der Begriff Poker ist allgegenwärtig und so gut wie Jedermann bekannt. In Film und Fernsehen, aber auch in Literatur und auch in alltäglichen Interaktionen mit Freunden, Bekannten und der Umwelt im Allgemeinen stößt man regelmäßig auf dieses Spiel. Doch welche Vielfalt genau dahintersteckt, ist den wenigsten Personen bewusst.
Poker ist eines der bekanntesten und beliebtesten Kartenspiele der Welt. Vor allem die einfachen Grundregeln in Kombination mit einem großen kompetitiven Wert sorgen für die große Beliebtheit. Mit dem Aufkommen von online Casinos und Pokerräumen in den letzten Jahren konnte die Verbreitung von Poker neuerlich steigen. Allen voran steht hier die Variante Texas Hold´em, welche unter anderem in den James Bond Kino Hit „Casino Royal“ weltweit Aufsehen erregt hat. Doch so sehr der Begriff Poker bekannt ist, so selten werden die unterschiedlichen Varianten und Regeln einfach für Laien verständlich erklärt.

Kartenspiel Bild

Die Spielregeln

 

Poker im Allgemeinen ist ein Spiel, bei welchem die Teilnehmer darauf wetten, die beste Hand der im Spiel befindlichen Spieler zu besitzen. Gespielt wird üblicherweise mit einem Paket französischer Karten, bestehend aus 52 Blatt. Eine Hand besteht hierbei immer aus fünf Karten, welche zusammen in die Wertung gelangen. Je nach Variante können jedoch unterschiedlich viele Karten an die Spieler ausgeteilt (offen und/oder verdeckt) oder in einem allgemeinen Pool offen abgelegt werden. Auch die Anzahl der Runden, in welchen geboten und/oder neue Karten gezogen, bzw. Karten getauscht werden können, variieren stark. Im Folgenden wird genauer auf die aktuell am weitesten verbreitete Variante – Texas Hold´em Poker – genauer eingegangen. Unterschiedliche andere Versionen des Spiels werden im Anschluss daran kurz aufgeführt.

Texas Hold´em Poker Regeln und Ablauf

Zwei bis Zehn Spieler können in dieser Variante des Spiels sehr gut gegeneinander spielen. Einer der Spieler wird als Geber (im Weiteren auch „Dealer“ genannt) ausgelost. Von diesem ausgehend im Uhrzeigersinn bekommt jeder Spieler verdeckt zwei Karten gegeben. Die zwei Spieler links vom Dealer müssen bereits vor Ausgabe der Karten „blind“ Einsätze tätigen. Diese sind unterteilt in „Small Blind“ und „Big Blind“, wobei „Big Blind“ in weiterer Folge die kleinste setzbare Einheit darstellt. Alle weiteren Spieler können nun unterschiedliche Aktionen vornehmen.

Spielchips Poker Bild

Diese beinhalten:

  • Passen (oder auch Fold genannt): Hier werden die Karten ohne jeglichen weiteren Einsatz abgelegt und der Spieler nimmt für den restlichen Verlauf dieser Runde nicht mehr am Spiel teil
  • Mitgehen (oder auch Call genannt): Der Spieler bietet den aktuell höchsten Einsatz
  • Erhöhen (oder auch Raise genannt): Der Spieler erhöht den Einsatz. Hier wird in unterschiedlichen Varianten mit und ohne Limit unterschieden. Bei Limit Hold´em kann bei jeder Erhöhung nur um einen Big Blind gesteigert werden, bei No Limit Hold´em hingegen um bis zu dem kompletten Betrag, über welchen ein Spieler verfügt.

Haben nun alle Spieler entweder gepasst oder den höchsten Einsatz ausgeglichen, werden drei Karten, welche für alle Spieler gemeinsam verfügbar sind aufgedeckt. Diesen Abschnitt der Runde nennt man auch „Flop“. Nach einer weiteren Bietrunde mit den gleichen Regeln wie eben erwähnt, wird eine weitere Gemeinschaftskarte („Turn“) aufgedeckt, worauf eine weitere Bietrunde und eine fünfte und letzte Gemeinschaftskarte („River“) folgt. Jeder Spieler hat nun in Summe 7 (zwei verdeckte, private sowie fünf offene Gemeinschaftskarten) zu Verfügung, aus welchen er nun sein bestes Blatt kombinieren kann. Bei Texas Hold´em existiert keine Beschränkung, wie viele der fünf Gemeinschaftskarten verwendet werden dürfen. Nach einer letzten Bietrunde wird der Sieger dieser Runde ermittelt (auch „Showdown“ genannt), welcher den gesamten gesetzten Betrag aller Spieler erhält.

Texas Hold´em Poker – Die Wertigkeit der Hände

Ass Poker BildDie folgende Auflistung zeigt die möglichen Kartenkombinationen und deren Wertigkeit, von oben nach unten abnehmend (wodurch ein Royal Flush das beste Blatt, eine einzelne High Card das schlechteste Blatt darstellt)

  • Royal Flush: Eine Abfolge von 10 bis Ass (d.h. 10, J, Q, K, A), allesamt in derselben Farbe 10 Bube Dame König Ass  
  • Straight Flush: Fünf aufeinanderfolgende Karten, allesamt in derselben Farbe 10 Bube
  • Poker / Vierling: Vier Karten des gleichen Wertes Bube Bube Bube Bube 7
  • Full House: Ein Drilling sowie ein Paar König König König 10 10
  • Flush: Fünf Karten der gleichen Farbe Dame Bube Ass
  • Straight / Straße: Fünf aufeinanderfolgende Karten, egal welcher Farbe 7 ♠8 9 ♠10 Bube
  • Drilling: Drei Karten des gleichen Wertes 9 ♠9 9 8 10
  • Zwei Paar: Zwei mal zwei Karten des gleichen Wertes Dame ♠Dame Bube ♠Bube Ass
  • Ein Paar: Zwei Karten des gleichen Wertes 8 ♠8 Dame Bube König
  • High Card: Keine der oben genannten Kombinationen, die höchste Karte des Blattes wird die „High Card“ 7 ♠8 Bube Ass

Texas Hold´em Poker Strategien

Anhand von Wahrscheinlichkeiten können bereits die zwei verdeckten Karten (auch Starthände genannt) in unterschiedliche Stärken eingegliedert werden. Der Stärke entsprechend sollte entschieden werden, ob und wie diese Hand überhaupt gespielt wird.
Ab dem Flop kann bereits sehr stark abgeschätzt werden, welche Stärke die eigene Hand besitzt. Hier gilt es zu überlegen, ob und in welcher Weise man seine Hand weiterverfolgen will. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es zwingend nötig, sich in den Gegner hineinversetzen zu können, weswegen Poker auch nicht als reines Glücksspiel, sondern als taktisches Spiel mit starkem psychologischen Faktor angesehen wird. Es muss überlegt werden, welche möglichen Starthände der Gegner auf diese Art und Weise, wie sie gespielt wurden, überhaupt realistisch spielen kann. In Kombination mit den offen einsichtigen Gemeinschaftskarten kann so abgeschätzt werden, wie stark der Gegner tatsächlich ist. Dies öffnet natürlich auch den Weg zu einer der wichtigsten Strategien im Poker: Dem Bluff!
Bei einem Bluff wird versucht, die eigene Hand deutlich stärker zu repräsentieren als sie tatsächlich ist. Das Ziel dahinter ist, dass der Gegner denkt, sein Blatt wäre schwächer und dementsprechend die Hand aufgibt. Dazu sind meistens recht hohe Einsätze notwendig, weswegen hier auch eine große Gefahr besteht, viel Geld auf einmal zu verlieren.

Texas Hold´em Poker Live und Online

Poker kann beinahe überall auf der Welt sowohl live in Casinos oder auch online in eigenen Pokerräumen gespielt werden. Während online die Software das Zählen und Managen der eigenen, aber auch aller anderen im Spiel befindlichen, Chips übernimmt, muss dies bei einem Live Spiel selbst bewerkstelligt werden. Es ist vor allem in der No Limit Variante wichtig, immer im Auge zu behalten, über wieviel Geld der Gegner verfügt, um die eigene Strategie auch daran anpassen zu können.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen online und live Spielen ist das „Lesen“ des Gegners. Darunter versteht man die Fähigkeit, die Handlungen des Gegners auf bestimmte Hände zuweisen zu können. Während man beim online Spiel einzig und allein auf die Größen der Einsätze (und in geringem Rahmen auf die Schnelligkeit wie diese gebracht werden) Rücksicht nehmen kann (was für ein deutlich mathematischeres Verständnis des Spiels sorgt) können im live Spiel auch Mimik und Körpersprache des Gegners studiert werden. Hier neigen viele Spieler dazu unbewusste Handlungen in bestimmten Situationen (z.B. beim Bluff) auszuführen, weswegen hier psychologisch Starke Spieler und gut Beobachter einen großen Vorteil erlangen können.

Andere Varianten des Spiels

Draw Poker

Diese Version ist vor allem aus Wild West Filmen weit bekannt. Hier erhält jeder Spieler fünf Karten verdeckt ausgeteilt. Nach einer Bietrunde können zwischen null und fünf Karten ebenfalls verdeckt ausgetauscht werden. Nach einer weiteren Bietrunde wird bereits der Sieger ermittelt. Da keinerlei offene Karten im Spiel sind, können einzig die eigenen Karten sowie die Handlungen der Gegner für die taktischen Überlegungen herangezogen werden.

Stud Poker

Beim Stud Poker werden jedem Spieler sowohl offene als auch verdeckte Karten ausgeteilt. Die häufigsten Variante innerhalb der Stud Spiele ist das Spiel mit Sieben Karten, wobei naturgemäß auch nur fünf für die Bildung der besten Hand herangezogen werden können. Dadurch, dass deutlich mehr Karten bekannt sind (die sieben eigenen, sowie je vier offene Karten von jedem Mitspieler) können erheblich mehr Informationen berücksichtigt und daher auch die Stärke der einzelnen Gegner deutlich besser berechnet werden.

Omaha

Bei Omaha bekommt jeder Spieler vier verdeckte Karten. Genau wie bei Texas Hold´em werden nun in drei Runden gesamt fünf offene Gemeinschaftskarten aufgedeckt. Der große Unterschied hier ist, dass genau zwei der privaten und genau drei der offenen Gemeinschaftskarten für die Bildung der besten Hand herangezogen werden müssen. Bei Omaha können noch die Varianten Hi (nur die beste Hand) sowie Hi-Lo (die beste, sowohl die schlechteste Hand können gewinnen) unterschieden werden.
Sonstige

weitere Poker Varianten

Etliche andere Varianten von Poker sind inzwischen mehr oder weniger weit verbreitet. Hierbei handelt es sich häufig um Spiele, welche in das weite Feld des Draw Pokers gesetzt werden können. Häufig geht es hierbei darum, die schlechteste mögliche Hand zu erzielen. Diese Varianten sind vor allem bei Profis beliebt, da das Denken erheblich umgestellt werden muss und daher ein höheres Verständnis des Spiels voraussetzt.